Transsexualität-NGS

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https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1316909110
Madhura Ingalhalikar, Alex Smith, Drew Parker, Ragini Verma

Sex differences in the structural connectome of the human brain

Significance
Sex differences are of high scientific and societal interest because of their prominence in behavior of humans and nonhuman species. This work is highly significant because it studies a very large population of 949 youths (8–22 y, 428 males and 521 females) using the diffusion-based structural connectome of the brain, identifying novel sex differences. The results establish that male brains are optimized for intrahemispheric and female brains for interhemispheric communication. The developmental trajectories of males and females separate at a young age, demonstrating wide differences during adolescence and adulthood. The observations suggest that male brains are structured to facilitate connectivity between perception and coordinated action, whereas female brains are designed to facilitate communication between analytical and intuitive processing modes.

Abstract
Sex differences in human behavior show adaptive complementarity: Males have better motor and spatial abilities, whereas females have superior memory and social cognition skills. Studies also show sex differences in human brains but do not explain this complementarity. In this work, we modeled the structural connectome using diffusion tensor imaging in a sample of 949 youths (aged 8–22 y, 428 males and 521 females) and discovered unique sex differences in brain connectivity during the course of development. Connection-wise statistical analysis, as well as analysis of regional and global network measures, presented a comprehensive description of network characteristics. In all supratentorial regions, males had greater within-hemispheric connectivity, as well as enhanced modularity and transitivity, whereas between-hemispheric connectivity and cross-module participation predominated in females. However, this effect was reversed in the cerebellar connections. Analysis of these changes developmentally demonstrated differences in trajectory between males and females mainly in adolescence and in adulthood. Overall, the results suggest that male brains are structured to facilitate connectivity between perception and coordinated action, whereas female brains are designed to facilitate communication between analytical and intuitive processing modes.


Übersetzung (Google):

Geschlechtsunterschiede im strukturellen Konnektom des menschlichen Gehirns

Bedeutung
Geschlechtsunterschiede sind von hohem wissenschaftlichem und gesellschaftlichem Interesse, da sie im Verhalten von Menschen und nichtmenschlichen Arten eine herausragende Rolle spielen. Diese Arbeit ist von großer Bedeutung, da sie eine sehr große Population von 949 Jugendlichen (8–22 Jahre, 428 Männer und 521 Frauen) unter Verwendung des diffusionsbasierten strukturellen Konnektoms des Gehirns untersucht und neue Geschlechtsunterschiede identifiziert. Die Ergebnisse belegen, dass männliche Gehirne für intrahemisphärische und weibliche Gehirne für interhemisphärische Kommunikation optimiert sind. Die Entwicklungsbahnen von Männern und Frauen trennen sich in jungen Jahren und zeigen große Unterschiede im Jugend- und Erwachsenenalter. Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass männliche Gehirne so strukturiert sind, dass sie die Konnektivität zwischen Wahrnehmung und koordiniertem Handeln erleichtern, während weibliche Gehirne darauf ausgelegt sind, die Kommunikation zwischen analytischen und intuitiven Verarbeitungsmodi zu erleichtern.

Abstrakt
Geschlechtsspezifische Unterschiede im menschlichen Verhalten zeigen adaptive Komplementarität: Männer haben bessere motorische und räumliche Fähigkeiten, während Frauen überlegene Gedächtnis- und soziale Kognitionsfähigkeiten haben. Studien zeigen auch geschlechtsspezifische Unterschiede im menschlichen Gehirn, erklären diese Komplementarität jedoch nicht. In dieser Arbeit modellierten wir das strukturelle Konnektom mithilfe von Diffusion Tensor Imaging in einer Stichprobe von 949 Jugendlichen (im Alter von 8–22 Jahren, 428 Männer und 521 Frauen) und entdeckten einzigartige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gehirnkonnektivität im Laufe der Entwicklung. Eine verbindungsbezogene statistische Analyse sowie eine Analyse regionaler und globaler Netzwerkmaße lieferten eine umfassende Beschreibung der Netzwerkeigenschaften. In allen supratentoriellen Regionen hatten Männer eine größere Konnektivität innerhalb der Hemisphäre sowie eine verbesserte Modularität und Transitivität, während bei Frauen die Konnektivität zwischen den Hemisphären und die modulübergreifende Beteiligung überwogen. Dieser Effekt war jedoch in den zerebellären Verbindungen umgekehrt. Die Analyse dieser entwicklungsbedingten Veränderungen zeigte Unterschiede in der Verknüpfung zwischen Männern und Frauen, hauptsächlich in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass männliche Gehirne so strukturiert sind, dass sie die Konnektivität zwischen Wahrnehmung und koordiniertem Handeln erleichtern, während weibliche Gehirne darauf ausgelegt sind, die Kommunikation zwischen analytischen und intuitiven Verarbeitungsmodi zu erleichtern.
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News / Wissenschaftliche Studien
« Letzter Beitrag von selfmademan am 05.Feb 2023, 17:14 »
Die Threadtitel wurden jetzt angepasst und mit der jeweiligen Jahreszahl der Veröffentlichung versehen. So fällt es leichter, den Fortschritt der wissenschaftlichen Studien nachvollziehen zu können. Des weiteren habe ich nun auch überall die Übersetzung ins deutsche eingefügt. Da ich die Hilfe von Google brauche, kann das ein oder andere etwas holprig klingen. Soweit mich meine Kenntnisse tragen, versuche ich im Vorfeld die "übersetzerischen Knubbel" zu glätten.

Direktlink zum Googleübersetzer: https://translate.google.com/
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Hier die Übersetzung (Google-Übersetzer mit leichter Anpassung):

Gehirnunterschiede zwischen Transsexuellen und Cissexuellen

Transsexualität wird allgemein als eine schwere Form der Geschlechtsdysphorie definiert, bei der die transsexuelle Person den medizinischen Übergang zum anderen Geschlecht wünscht. Transsexualität wird derzeit sowohl als psychiatrische Diagnose (American Psychological Association, 1994) als auch als medizinische Diagnose (World Health Organization, 1992) aufgeführt. Unabhängig von ihrem dualen Status ist die einzig wirksame Behandlung für Transsexualität die medizinische Umstellung, die üblicherweise eine geschlechtsübergreifende Hormontherapie (HRT), eine Operation zur Geschlechtsumwandlung, Verhaltenstraining und „kosmetische“ Behandlungen wie Elektrolyse, Gesichtschirurgie oder Brustvergrößerung umfasst.

Die Ätiologie der Transsexualität ist unbekannt und wird heftig diskutiert. Eine gründliche Untersuchung transsexueller Personen hat keine endokrinologische Ursache gefunden (Gooren, 2006). Psychiatrische Erklärungen (z. B. „Autogynäphilie“; Blanchard, 2005) wurden von einigen in der wissenschaftlichen und transsexuellen Gemeinschaft als unvollständig, anstößig und unwissenschaftlich abgelehnt (Moser, 2010). Jetzt konzentrieren sich einige Forscher auf das Gehirn, um zu versuchen, die Unterschiede zwischen transsexuellen Menschen und cissexuellen (d. h. nicht transsexuellen) Menschen zu erklären.

Bisher wurden zwei grundlegende Arten von Gehirnuntersuchungen durchgeführt: a) physikalische Untersuchungen von Gehirnen, die von der niederländischen Gehirnbank erworben wurden, und b) bildgebende Untersuchungen (z. B. Magnetresonanztomographie).

Brain Slice-Studien

Diese Studien färbten Gehirnschnitte, die von der niederländischen Gehirnbank erworben wurden, und untersuchten die Anzahl und das Volumen von Neuronen. Es wurden keine Auswirkungen der Todesursache, des Todesalters oder des Gehirnalters festgestellt. Die transsexuellen Gehirne in diesen Studien hatten alle HET erhalten, obwohl einige mehrere Jahre vor dem Tod aufgrund von Krankheit (z. B. Krebs) keine Hormone erhalten hatten. Die meisten hatten eine Form der Geschlechtsumwandlung (z. B. Orchidektomie).

Die erste Studie zur Untersuchung von Gehirnunterschieden zwischen Transsexuellen und Cissexuellen wurde 1995 durchgeführt (Zhou, Hofman, Gooren und Swaab). Sie entschieden sich dafür, sich auf die Anzahl und das Volumen der Neuronen in der mittleren Unterteilung des Bettkerns der Stria terminalis (BSTc) zu konzentrieren. Es wurde beobachtet, dass das BSTc sexuell dimorph ist. Zhou et al. untersuchten speziell die Innervation von vasoaktiven intestinalen Polypeptiden in diesem Bereich.

Zhou et al. (1995) bestätigten, dass cissexuelle Männer ein größeres BSTc-Volumen als cissexuelle Frauen aufwiesen und dass transsexuelle Frauen ähnliche Volumina wie cissexuelle Frauen und unähnlich denen cissexueller Männer aufwiesen. Dieser Effekt schien nicht mit der Todesursache, der sexuellen Orientierung, dem AIDS-Status zum Zeitpunkt des Todes oder dem Alter beim Tod in Verbindung zu stehen.

Entscheidend ist, dass dieser Effekt ebenfalls nicht auf die HRT zurückzuführen zu sein scheint. Erstens hatten einige der transsexuellen Frauen die HET mehrere Jahre vor dem Tod beendet und ihre BSTc-Mengen unterschieden sich nicht von denen der anderen transsexuellen Frauen. Zweitens umfasste der Probandenpool cissexuelle Männer und cissexuelle Frauen, deren Hormone bei Erwachsenen sich verändert hatten (z. B. Orchidektomie, Menopause, Nebennierentumoren) und deren BSTc-Volumina im Bereich der cissexuellen Männer bzw. cissexuellen Frauen lagen.

Die Arbeit von Zhou et al. (1995) wurde von Kruijver et al. (2000) erweitert. Diese neuere Studie untersuchte die Innervation von Somatostatin (SOM) im BSTc. Sie fanden ähnliche Ergebnisse; Cissexuelle Männer hatten mehr SOM-Neuronen als Cissexuelle Frauen. Transsexuelle Frauen hatten ähnliche Zahlen wie cissexuelle Frauen, und das einzelne Gehirn eines transsexuellen Mannes hatte ähnliche Zahlen wie cissexuelle Männer. Ähnlich wie Zhou et al. (1995) fanden Kruijver et al. (2000) keine Wirkung von Erwachsenenhormonen. Diese Studie umfasste auch das Gehirn eines Mannes, der an einer Geschlechtsdysphorie litt, aber nie eine Umstellung vorgenommen oder eine HRT erhalten hatte. Seine SOM-BSTc-Neuronenzahlen lagen im gleichen Bereich wie transsexuelle Frauen nach der Transition und cissexuelle Frauen.

Kruijver et al. (2000) theoretisieren, dass, weil es anscheinend keine Auswirkung von Sexualhormonänderungen im Erwachsenenalter auf die Anzahl oder das Volumen von Neuronen im BSTc gab, ein sexueller Dimorphismus in diesem Bereich vor dem Erwachsenenalter festgestellt werden muss. Chung, De Vries und Swaab (2002) untersuchten die sexuelle Differenzierung des BSTc; Insbesondere untersuchten sie die VIP-Innervation, die SOM-Innervation und das BSTc-Gesamtvolumen. Sie untersuchten die BSTc-Regionen in Gehirnen von Säuglingen, Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen. Alle Probanden in diesem Experiment waren cissexuelle Männer und Frauen. Chung et al. fanden heraus, dass sich BSTc bis zum „Erwachsenenalter“ (d. h. irgendwo zwischen 16 und 28 Jahren, das älteste bzw. jüngste Gehirn von Jugendlichen bzw. Erwachsenen) sexuell differenzierte, was die Ideen von Kruijver et al (2000 ). Dieser Befund impliziert, dass das BSTc nicht der einzige geschlechtsdifferenzierte Gehirnbereich ist, der die Geschlechtsidentität beeinflusst. Transsexuelle haben von geschlechtsübergreifenden Gefühlen in einem Alter berichtet, das viel jünger als das Erwachsenenalter ist. Wenn BSTc-Unterschiede die einzige Ursache für Transsexualität wären, würden Transsexuelle bis zum Erwachsenenalter nicht über geschlechtsübergreifende Gefühle berichten.

Garcia-Falgueras und Swaab (2008) konzentrierten sich auf den interstitiellen Kern des vorderen Hypothalamus (INAH) 3 anstelle des BSTc. Ihre Ergebnisse waren denen im BSTc sehr ähnlich: cissexuelle Männer hatten mehr Neuronen und Volumen als cissexuelle Frauen, und transsexuelle Frauen waren cissexuellen Frauen ähnlich. Im Gegensatz zu Studien des BSTc fanden sie heraus, dass kastrierte Männer Werte zwischen denen von cissexuellen Männern und Frauen aufweisen, und sie fanden keine Veränderung im INAH3 von cissexuellen Frauen vor und nach der Menopause. Ein Abfall des erwachsenen Testosterons bei einem cissexuellen Mann scheint seinen INAH3 zu beeinflussen, aber nicht so sehr, dass der INAH3 die gleiche Größe wie bei einer cissexuellen Frau hat. Daher kann die HRT nicht die einzige Ursache für die Ähnlichkeit zwischen dem INAH3 von cissexuellen und transsexuellen Frauen sein.

Das INAH3 befindet sich im sexuell dimorphen Kern und stellt somit einen interessanten Kontrast zum BSTc dar. Im Gegensatz zum BSTc, das sich erst im Erwachsenenalter geschlechtlich differenziert, wird der sexuell dimorphe Kern beim Menschen im Alter von zwei bis vier Jahren differenziert (Gooren, 2006). Die Schlussfolgerungen, die aus den INAH3-Daten gezogen werden können, sind jedoch weniger klar, da das INAH3 eindeutig auf Veränderungen der Hormonspiegel bei Erwachsenen reagiert.

Zusammenfassend haben Hirnschnittstudien zwei sexuell dimorphe Bereiche des Gehirns untersucht: den BSTc und den INAH3. Die Strukturen beider bei transsexuellen Frauen ähneln denen von cissexuellen Frauen, nicht cissexuellen Männern. Dies deutet auf eine biologische Grundlage des Transsexualismus hin.

Die möglichen Auswirkungen der HRT auf BSTc und INAH3 können nicht vollständig ignoriert werden. Das BSTc scheint bei Erwachsenen nicht auf Hormonveränderungen zu reagieren und differenziert sich erst im frühen Erwachsenenalter. Daher ist sein sexueller Dimorphismus weniger wahrscheinlich entweder die Ursache der Geschlechtsidentität oder die Wirkung der HRT. Das INAH3 scheint etwas, aber nicht vollständig auf Hormonveränderungen bei Erwachsenen zu reagieren und differenziert sich in der frühen Kindheit. Seine Rolle bei der Geschlechtsidentität und Transsexualität ist weniger klar.

Studien zur Bildgebung des Gehirns

Die bisher durchgeführten bildgebenden Untersuchungen des Gehirns konnten sowohl Transsexuelle vor der Transition als auch Transsexuelle in Transition untersuchen.

Berglund, Lindstrom, Dhejne-Helmy und Savic (2008) konzentrierten sich auf die limbische Reaktion des Gehirns auf riechende Sexualsteroide, insbesondere 4,16-Androstadien-3-on (ANDR) und estra-1,3,5(10). 16-Tetraen-3-ol (ESTR). Sie verwendeten Positronen-Emissions-Tomographie, um das Aktivierungsmuster zu untersuchen, und konzentrierten sich auf den Hypothalamus und das „olfaktorische Gehirn“ (d. h. die Amygdala, den piriformen Kortex, den vorderen Inselkortex und den vorderen cingulären Kortex).

Cissexuelle Frauen und cissexuelle Männer reagierten unterschiedlich auf die Steroide. Beim Riechen von ANDR hatten cissexuelle Frauen eine hypothalamische Aktivierung und cissexuelle Männer eine olfaktorische Aktivierung. Umgekehrt hatten cissexuelle Frauen beim Riechen von ESTR eine olfaktorische Aktivierung und cissexuelle Männer eine hypothalamische Aktivierung. Berglund et al. (2008) fanden heraus, dass transsexuelle Frauen vor dem Übergang ähnliche Aktivierungsmuster wie cissexuelle Frauen aufwiesen; Sie hatten eine hypothalamische Aktivierung als Reaktion auf ANDR und eine olfaktorische Aktivierung als Reaktion auf ESTR.

Berglund et al. (2008) kontrollierten die sexuelle Orientierung, weil sie Geruchssteroide verwendeten; die cis-Frauen der Studie waren androphil, und cis-Männer und transsexuelle Frauen waren gynäphil. Die Aktivierungsmuster bei transsexuellen Frauen ähnelten eher denen, die ihre Geschlechtsidentität teilten, cissexuellen Frauen, als denen, die ihre sexuelle Orientierung teilten, cissexuellen gynäphilen Männern. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass dies nicht empirisch getestet wurde; transsexuelle Frauen wurden nicht mit androphilen cissexuellen Männern oder gynäphilen cissexuellen Frauen verglichen.

Rametti et al. (2011) untersuchten Unterschiede in Bahnen der weißen Substanz mit Diffusions-Tensor-Bildgebung. Sie bestätigten, dass es einen cissexuellen Geschlechtsunterschied gab, stellten aber im Gegensatz zu früheren Studien nicht fest, dass transsexuelle Frauen vor der Transition wie cissexuelle Frauen waren. Stattdessen fanden sie heraus, dass sich transsexuelle Frauen statistisch signifikant von cissexuellen Männern und Frauen unterschieden und irgendwo zwischen den beiden lagen. Daraus könnte man schließen, dass die Bahnen der weißen Substanz in transsexuellen Gehirnen vor der HRT teilweise feminisiert oder teilweise maskulinisiert sind.

Pol et al. (2006) untersuchten das Volumen des Gehirns und des Hypothalamus im Laufe der Zeit, als transsexuelle Männer und Frauen umstiegen, und verglichen diese Volumina mit denen von cissexuellen Männern und Frauen. Vor der Behandlung war das Volumen von transsexuellen Frauen wie das von cissexuellen Männern und das Volumen von transsexuellen Männern wie das von cissexuellen Frauen; das Volumen der ersteren Gruppe war größer als das der letzteren Gruppe. Nach vier Monaten HRT nahm das Gesamthirnvolumen der transsexuellen Frauen ab und ihr drittes und laterales Ventrikelvolumen nahm zu. Ebenso nahm das Gesamthirnvolumen der transsexuellen Männer zu und ihr drittes und laterales Ventrikelvolumen ab. Das heißt, das Gesamthirnvolumen beider Gruppen änderte sich weg von ihrem Geschlecht bei der Geburt zu dem Geschlecht, das ihrer Geschlechtsidentität entspricht.

Die Ergebnisse dieser Hirnbildgebungsstudien sind weniger einfach zu interpretieren als die Ergebnisse der Hirnschnittstudien. Das Gehirn von transsexuellen Frauen scheint ähnlich wie das von cissexuellen Frauen auf riechende Sexualsteroide zu reagieren. Umgekehrt scheinen transsexuelle Frauen in Bezug auf ihre Bahnen der weißen Substanz oder ihr Gehirnvolumen nicht wie cissexuelle Frauen zu sein. Die Bahnen der weißen Substanz von transsexuellen Frauen vor der Transition scheinen zwischen denen von cissexuellen Männern und Frauen zu liegen. Die Bahnen der weißen Substanz spiegeln also wie die INAH3 eine partielle Feminisierung/Maskulinisierung wider, die schwer zu interpretieren ist. Das Gehirnvolumen scheint eher dem genetischen Geschlecht als dem geschlechtlichen Selbst zu folgen und scheint durch den hormonellen Übergang beeinflusst zu werden. Man kann daraus schließen, dass das Gehirnvolumen durch Sexualhormone gesteuert wird und nicht unbedingt auf das geschlechtliche Selbst hinweist.

Abschluss

Die Menge an Forschung, die zu den Unterschieden zwischen transsexuellen und cissexuellen Gehirnen abgeschlossen wurde, ist klein, aber aufschlussreich. Einige Bereiche des Gehirns scheinen unabhängig von Genetik oder Hormonen (z. B. BSTc) sexuell dimorph zu sein, während andere stärker von Sexualhormonen abhängig zu sein scheinen (z. B. Gehirnvolumen). Aus den Ergebnissen dieser Studien kann man schließen, dass die Gehirne transsexueller Frauen vor der Transition im BSTc und INAH3 weiblich sind, teilweise weiblich in ihren Bahnen der weißen Substanz und männlich im Gesamtvolumen des Gehirns und des Hypothalamus. Daten zu transsexuellen Männern sind seltener, da diese Studien in der westlichen Welt durchgeführt werden, wo transsexuelle Frauen transsexuelle Männer zahlenmäßig überwiegen (Gooren, 2006). Studien an transsexuellen Männern scheinen jedoch zu implizieren, dass für sie das Gegenteil gilt.

Diese Studien haben zahlreiche Einschränkungen. Erstens müssen sie noch repliziert werden. Eine Replikation ist erforderlich, um die Zuverlässigkeit und Verallgemeinerbarkeit dieser Ergebnisse sicherzustellen. Zweitens haben diese Studien (insbesondere diejenigen, an denen verstorbene Gehirne beteiligt sind) eine kleine Anzahl von Probanden, insbesondere für die transsexuellen Probanden. Studien mit Gehirnen der Netherlands Brain Bank hatten typischerweise weniger als 10 transsexuelle Gehirne zu untersuchen, und die beiden letzteren (Kruijver et al., Chung et al.) hatten nur ein einziges transsexuelles männliches Gehirn. Obwohl in der biologischen Forschung eine geringere Anzahl von Probanden im Allgemeinen akzeptabler ist als in der psychologischen Forschung, ist dies immer noch eine potenzielle Fehlerquelle.

Die potenziell eklatanteste Einschränkung in diesen Studien ist ihre Verschmelzung von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Berglund et al (2008) verglichen beispielsweise nur heterosexuelle cissexuelle Frauen und Männer mit gynäphilen/homosexuellen transsexuellen Frauen. Während sie androphile/heterosexuelle transsexuelle Frauen aufgrund der Seltenheit nicht in ihre Studie einbeziehen konnten, versäumten sie es, homosexuelle cissexuelle Männer und Frauen als Vergleichsgruppen einzubeziehen. Dies führt eine potenziell verwirrende Variable ein.

Trotz dieser Einschränkungen deuten die bisherigen Erkenntnisse auf einen biologischen Einfluss auf die Transsexualität hin. Weitere Forschung ist erforderlich, um diese vorläufigen Ergebnisse zu bestätigen und zu erweitern.
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Wissenschaftlicher Bericht von Rose Lovell, 2011

Indizien und Hinweise für eine biologische / genetische / cerebrale endogene Herleitung von Transsexualität und damit Gegenbeweise einer psychischen oder erlernten, exogenen Ursache

-> Schlussfolgerungen
- Transsexualität (NGS) ist angeboren
- Transsexualität (NGS) ist auch vor der Hormontherapie in der Gehirnstruktur auffindbar
- Transsexuelle Gehirne gleichen von Geburt an den cis-entsprechenden Gehirnen
- der Sexus des Gehirns von NGS-Betroffenen ist eindeutig und damit cis in seiner Struktur
- Transsexualität entsteht vor Hormontherapie und vor Pubertät
- Transsexualität ist spätestens im Alter von 2-4 Jahren theoretisch gehirnanatomisch nachweisbar
- eine endogene pränatale Ursache (irreversible Prägung des Hirnsexus ungleich dem körperlichen Sexus) ist zu postulieren bzw. bewiesen, auch wenn man Zeitpunkt und Gene nicht kennt

Zitat
Brain Differences between Transsexuals and Cissexuals

Transsexuality is commonly defined as a severe form of gender dysphoria in which the transsexual person desires to medically transition to the opposite sex. Transsexuality is currently listed as both a psychiatric diagnosis (American Psychological Association, 1994) and a medical diagnosis (World Health Organization, 1992). Regardless of its dual status, the only effective treatment for transsexuality is medical transition, which commonly includes cross-gender hormone therapy (HRT), sexual reassignment surgery, behavioral training, and “cosmetic” treatments like electrolysis, facial surgery, or breast augmentation.

The etiology of transsexuality is unknown and heavily debated. Thorough examination of transsexual persons has failed to find an endocrinological cause (Gooren, 2006). Psychiatric explanations (e.g., “autogynephilia”; Blanchard, 2005) have been rejected as incomplete, offensive, and unscientific by some in the scientific and transsexual communities (Moser, 2010). Now, some researchers are focusing on the brain to try to explain the differences between transsexual people and cissexual (i.e., not transsexual) people.

Two basic kinds of examination of the brain have been performed so far: a) physical studies of brains acquired by the Netherlands Brain Bank, and b) imaging studies (e.g., magnetic resonance imaging).

Brain Slice Studies

These studies stained brain sections acquired from the Netherlands Brain Bank and examined neuron count and volume. No effect of cause of death, age at death, or age of the brain were noted. The transsexual brains in these studies had all had HRT, although some had not had hormones in several years before death due to illness (e.g., cancer). Most had had some form of sexual reassignment surgery (e.g., orchidectomy).

The first study to examine brain differences between transsexuals and cissexuals was in 1995 (Zhou, Hofman, Gooren, and Swaab).  They chose to focus on neuron number and volume in the center subdivision of the bed nucleus of the stria terminalis (BSTc). The BSTc has been observed to be sexually dimorphic. Zhou et al specifically examined vasoactive intestinal polypeptide innervation in this area.

Zhou et al (1995) affirmed that cissexual men had larger BSTc volumes than cissexual women, and that transsexual women had volumes similar to those of cissexual women and dissimilar to those of cissexual men. This effect did not appear to be associated with cause of death, sexual orientation, AIDS status at time of death, or age at death.

Crucially, this effect also does not appear to be due to HRT. First, several of the transsexual women had ceased HRT several years before death and their BSTc volumes were not different from those of the other transsexual women. Second, the subject pool included cissexual men and cissexual women whose adult hormones had changed (e.g., orchidectomy, menopause, adrenal tumors) and their BSTc volumes were in the cissexual male and cissexual female ranges, respectively.

The work done by Zhou et al (1995) was expanded upon by Kruijver et al (2000). This more recent study examined the somatostatin (SOM) innervation in the BSTc. They found similar results; cissexual men had more SOM neurons than cissexual women. Transsexual women had similar numbers to cissexual women, and the single brain from a transsexual man had similar numbers to cissexual men. Similar to Zhou et al (1995), Kruijver et al (2000) did not find any effect of adult hormones. This study also included the brain from a man who had gender dysphoria but never transitioned or had HRT. His SOM BSTc neuron numbers were in the same range as post-transition transsexual women and cissexual women.

Kruijver et al (2000) theorize that, because there was apparently no effect of sex hormone changes in adulthood on neuron numbers or volume in the BSTc, sexual dimorphism in that area must be established before adulthood. Chung, De Vries, and Swaab (2002) explored sexual differentiation of the BSTc; specifically, they examined VIP innervation, SOM innervation, and total BSTc volume. They examined the BSTc regions in brains from infants, children/adolescents, and adults. All the subjects in this experiment were from cissexual men and women. Chung et al found that the BSTc did not sexually differentiate until “adulthood” (i.e., somewhere between ages 16 and 28, those being the oldest and youngest of the adolescent and adult brains, respectively), supporting the ideas of Kruijver et al (2000). This finding implies that the BSTc is not the only sex differentiated brain area that influences gender identity. Transsexuals have reported cross-gender feelings at ages much younger than adulthood. If BSTc differences were the only cause of transsexuality, transsexuals would not report cross-gender feelings until adulthood.

Garcia-Falgueras and Swaab (2008) focused on the interstitial nucleus of the anterior hypothalamus (INAH) 3 instead of the BSTc. Their results were very similar to those in the BSTc: cissexual men had more neurons and volume than cissexual women, and transsexual women were similar to cissexual women. Unlike studies of the BSTc, they found that castrated men has values between those of cissexual men and women, and they found no change in the INAH3 of cissexual women pre- and post- menopause. A drop in adult testosterone in a cissexual man appears to affect his INAH3, but not so much as to make the INAH3 the same size as a cissexual woman. Therefore, HRT cannot be the sole cause of the similarity between the INAH3 of cissexual and transsexual women.

The INAH3 is in the sexually dimorphic nucleus, and thus presents an interesting contrast to the BSTc. Unlike the BSTc, which only sexually differentiates in adulthood, the sexually dimorphic nucleus becomes differentiated in humans age two to four (Gooren, 2006). However, conclusions that can be drawn from INAH3 data are less clear, as the INAH3 clearly responds to changes in adult hormone levels.

In summary, brain slice studies have examined two sexually dimorphic areas of the brain: the BSTc and the INAH3. The structures of both in transsexual women resemble those of cissexual women, not cissexual men. This suggests a biological basis to transsexualism.

The potential effect of HRT on the BSTc and INAH3 cannot be completely ignored. The BSTc appears to be nonresponsive to hormone changes in adults and only differentiates in early adulthood. Therefore its sexual dimorphism is less likely to be either the cause of gender identity, or the effect of HRT. The INAH3 appears to be somewhat but not completely responsive to hormone changes in adults, and differentiates in early childhood. Its role in gender identity and transsexuality is less clear.

Brain Imaging Studies

The brain imaging studies that have been performed so far have been able to examine both pre-transition transsexuals and transsexuals in transition.

Berglund, Lindstrom, Dhejne-Helmy and Savic (2008) focused on the limbic response of the brain to odorous sex steroids, specifically 4,16-androstadien-3-one (ANDR) and estra-1,3,5(10),16-tetraen-3-ol (ESTR). They used positron emission tomography to examine the activation pattern, and focused on the hypothalamus and “olfactory brain” (i.e. the amygdala, piriform cortex, anterior insular- and anterior cingulate cortex).

Cissexual women and cissexual men responded differently to the steroids. When smelling ANDR, cissexual women had hypothalamic activation and cissexual men had olfactory activation. Conversely, when smelling ESTR, cissexual women had olfactory activation and cissexual men had hypothalamic activation. Berglund et al (2008) found that pre-transition transsexual women had activation patterns similar to cissexual women; they had hypothalamic activation in response to ANDR and olfactory activation in response to ESTR.

Berglund et al (2008) controlled for sexual orientation because they used odorant steroids; the study’s cissexual women were androphilic, and cissexual men and transsexual women were gynephilic. The activation patterns in transsexual women were more similar to those who shared their gender identity, cissexual women, than to those who shared their sexual orientation, cissexual gynephilic men. However, it is worth pointing out that this was not empirically tested; transsexual women were not compared to androphilic cissexual men or gynephilic cissexual women.

Rametti et al (2011) examined differences in white matter tracts with diffusion tensor imaging. They affirmed that there was a cissexual sex difference, but unlike the previous studies, did not find that pre-transition transsexual women were like cissexual women. Instead, they found that transsexual women were statistically significantly different from both cissexual men and women and were somewhere in between the two. One could thus conclude that the white matter tracts in pre-HRT transsexual brains are partially feminized or partially masculinized.

Pol et al (2006) examined brain and hypothalamic volume over time as transsexual men and women transitioned, and compared those volumes to those of cissexual men and women. Before treatment, transsexual women’s volumes were like cissexual men’s and transsexual men’s volumes were like cissexual women’s; the volume of the former group was larger than that of the latter group. After four months of HRT, the transsexual women’s total brain volume decreased and their third and lateral ventricle volumes increased. Likewise, the transsexual men’s total brain volume increased and their third and lateral ventricle volumes decreased. That is, the total brain volume of both groups changed away from their sex at birth to the sex matching their gender identity.

Results from these brain imaging studies are less easy to interpret than results from the brain slice studies. Transsexual women’s brains appear to react similarly to  cissexual women’s to odorous sex steroids. Conversely, transsexual women do not appear to be like cissexual women with regards to their white matter tracts or brain volume. The white matter tracts of pre-transition transsexual women appear to be between those of cissexual men and women. Like the INAH3, then, the white matter tracts reflect a partial feminization/masculinization that is difficult to interpret. Brain volume appears to follow biological sex rather than gender identity and appears to be influenced by hormonal transition. One can conclude, then, that brain volume is controlled by sex hormones and is not necessarily indicative of gender identity.

Conclusion

The amount of research that has been completed on the differences between transsexual and cissexual brains is small, but suggestive. Some areas of the brain appear to be sexually dimorphic irrespective of genetics or hormones (e.g., BSTc), whereas others appear to be more dependent upon sex hormones (e.g., brain volume). From the results of these studies, one may infer that pre-transition transsexual women’s brains are feminine in the BSTc and INAH3, partially feminine in their white matter tracts, and masculine in total brain and hypothalamic volume. Data in transsexual men is rarer because these studies are conducted in the western world, where transsexual women outnumber transsexual men (Gooren, 2006). However, studies of transsexual men appear to imply that the reverse is true for them.

These studies have numerous limitations. First, they have yet to be replicated. Replication is needed to ensure reliability and generalizability of these results. Second, these studies (especially those involving deceased brains) have small numbers of subjects, especially for the transsexual subjects. Studies involving brains from the Netherlands Brain Bank typically had fewer than 10 transsexual brains to study, and the latter two (Kruijver et al, Chung et al) only had a single transsexual male brain. Although fewer numbers of subjects are generally more acceptable in biological research than in psychological research, it is still a potential source of error.

Potentially the most glaring limitation in these studies is their conflation of sexual orientation and gender identity. Berglund et al (2008), for example, only compared heterosexual cissexual women and men with gynephilic/homosexual transsexual women. While they could not include androphilic/heterosexual transsexual women in their study because of rarity, they failed to include homosexual cissexual men and women as comparison groups. This introduces a potentially confounding variable.

Despite these limitations, evidence so far is suggestive of a biological influence in transsexuality. More research is needed to confirm and expand these preliminary findings.

References

American Psychiatric Association. (1994). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (4th ed.). Washington, DC: Author.

Berglund, H., Lindstrom, P., Dhejne-Helmy, C., & Savic, I. (2008). Male-to-female transsexuals show sex-atypical hypothalamus activation when smelling odorous steroids. Cerebral Cortex, 18, 1900-1908.

Blanchard, R. (2005). Early history of the concept of autogynephilia. Archives of Sexual Behavior, 34, 439–446.

Chung, W. C. J., De Vries, G. J., & Swaab, D. F. (2002). Sexual differentiation of the bed nucleus of the stria terminalis in humans may extend into adulthood. The Journal of Neuroscience, 22, 1027-1033.

Garcia-Falgueras, A., & Swaab, D. F. (2008). A sex difference in the hypothalamic uncinate nucleus: Relationship to gender identity. Brain, 131, 3132-3146.

Gooren, L. (2006). The biology of human psychosexual differentiation. Hormones and Behavior, 50, 589-601.

Kuijver, F. P M., Zhou, J. Pool, C. W., Hofman, M. A., Gooren, L. J. G., & Swaab, D. F. (2000). Male-to-female transsexuals have female neuron numbers in a limbic nucleus. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 85, 2034-2041.

Moser, C. (2010). Blanchard’s autogynephilia theory: A critique. Journal of Homosexuality, 57, 790-809.

Pol, H. E. H., Cohen-Kettenis, P. T., Van Haren, N. E. M., Peper, J. S., Brans, R. G. H., Cahn, W. et al (2006). Changing your sex changes your brain: Influence of testosterone and estrogen on adult human brain structure. European Journal of Endocrinology, 155, S107-S114.

Rametti, G., Carrillo, B., Gomez-Gil, E., Junque, C., Zubiarre-Elorza, L., Segovia, S. et al (2011). Journal of Psychiatric Research, 45, 949-954.

World Health Organization. (1992). Tenth revision of the international classification of disease. Geneva: Author.*

Zhou, J., Hofman, M. A., Gooren, L. J. G., & Swaab, D. F. (1995). A sex difference in the human brain and its relation to transsexuality. Nature, 378, 68-70.

This paper is copyright Rose Lovell, 2011.

Anm.: * Deutsche Version!


Edit selfmademan: References soweit machbar mit Links zu den Studien versehen.
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Ich habe Herrn Prof. Dr. Dick Swaab meine Frage per Mail gestellt.

Antwort: Die gleiche Größe des BSTc bei Kindern bedeutet nicht, daß die Kommunikation der Neuronen innerhalb des BSTc und mit seiner Umgebung sowie die Verdrahtung der Neuronen sich nicht unterscheide.

Auf deutsch: Zwischen Junge und Mädchen ist trotz gleicher Größe des BSTc die neuronale Kommunikation und die Verknüpfung der Nervenzellen unterschiedlich.
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Kunststück! Das wurde bereits Anfang der 2000er von Prof. Dr. Dick Swaab und Co. festgestellt. Was mich nur wieder massiv aufregt ist der Terminus "Transgender". Leute, es geht hier um originär transsexuelle Menschen mit einer angeborenen anatomischen Sexus-Sexus Diskrepanz und nicht um Transgender mit einem psychischen Rollenproblem!
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Solange es sich nicht um den eigentlichen BSTc handelt! Denn dieser ist immun gegen die Hormonbehandlung sonst gäbe es Transsexualität nicht.
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Wissenschaftliche Studien / "Gender-Identity"
« Letzter Beitrag von selfmademan am 05.Aug 2022, 18:02 »
Wie es einigen vielleicht schon aufgefallen ist, wird gerade auch in niederländischen Studien von "gender-identity" gesprochen. Denn leider wird in Holland auch nicht mehr unterschieden.

Dieser Begriff ist aber falsch! Gender ist nach wie vor die englischsprachige Bezeichnung für die soziale Geschlechterrolle und der äußere Ausdruck von Geschlecht. Der Körper mit all seinen Ebenen (Genitale, Chromosomen, Gehirn, sekundäre Geschlechtsmerkmale, Phänotypus) ist Sexus! Punkt! Eine einfache Frage bringt es auf den Punkt:

Wie will ich mein angeborenes Mann-sein /  Frau-sein leben, wenn ich meine zwingend benötigte geschlechtsrichtige Optik endlich erreicht habe?

Oder etwas wissenschaftlicher ausgedrückt: Mit welchem Gender will ich meinen angeborenen Sexus leben, wenn ich meinen zwingend benötigten geschlechtsrichtigen Phänotypus erreicht (meine Sexus-Sexus Diskrepanz überwunden) habe?

Das was die Niederländer hier fälschlicherweise mit "Gender-Identity" bezeichnen, ist nichts geringeres als das angeborene "geschlechtliche Selbst" und das ist nunmal Bestandteil von Sexus! Da kann sich die Genderideologie noch so sehr auf den Kopf stellen, sie werden die Biologie und den Sexus nicht aushebeln können. Die Natur ist stärker als jede Ideologie!

Wir stehen in Kontakt mit einem niederländischen Fachmann der Neurobiologie und versuchen diesen für die begrifflichen Unterschiede zu sensibilisieren. Bin gespannt ob es irgendwann Früchte tragen wird.
9
Gehirnvolumen nicht mit der Größe des BSTc verwechseln!

http://www.transsexualitaet-ngs.de/forum/index.php/topic,7407.0.html

Zitat
The number of neurons in the BSTc of male-to-female transsexuals was similar to that of the females (P = 0.83). In contrast, the neuron number of a female-to-male transsexual was found to be in the male range. Hormone treatment or sex hormone level variations in adulthood did not seem to have influenced BSTc neuron numbers.

Zitat
Die Anzahl der Neuronen im BSTc von Mann-zu-Frau-Transsexuellen war ähnlich der der Frauen (P = 0,83). Im Gegensatz dazu wurde festgestellt, dass die Neuronenzahl einer Frau-zu-Mann-Transsexuellen im männlichen Bereich liegt. Die Hormonbehandlung oder Schwankungen des Sexualhormonspiegels im Erwachsenenalter schienen die Anzahl der BSTc-Neuronen nicht beeinflusst zu haben.

Dies nur der Vollständigkeit halber.
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https://www.jneurosci.org/content/22/3/1027

Sexual Differentiation of the Bed Nucleus of the Stria Terminalis in Humans May Extend into Adulthood

Zitat
Gonadal steroids have remarkable developmental effects on sex-dependent brain organization and behavior in animals. Presumably, fetal or neonatal gonadal steroids are also responsible for sexual differentiation of the human brain. A limbic structure of special interest in this regard is the sexually dimorphic central subdivision of the bed nucleus of the stria terminalis (BSTc), because its size has been related to the gender identity disorder transsexuality. To determine at what age the BSTc becomes sexually dimorphic, the BSTc volume in males and females was studied from midgestation into adulthood. Using vasoactive intestinal polypeptide and somatostatin immunocytochemical staining as markers, we found that the BSTc was larger and contains more neurons in men than in women. However, this difference became significant only in adulthood, showing that sexual differentiation of the human brain may extend into the adulthood. The unexpectedly late sexual differentiation of the BSTc is discussed in relation to sex differences in developmental, adolescent, and adult gonadal steroid levels.


Übersetzung (Google):

Gonadensteroide haben bemerkenswerte Entwicklungseffekte auf die geschlechtsabhängige Gehirnorganisation und das Verhalten bei Tieren. Vermutlich sind fetale oder neonatale Gonadensteroide auch für die sexuelle Differenzierung des menschlichen Gehirns verantwortlich. Eine limbische Struktur von besonderem Interesse in dieser Hinsicht ist die sexuell dimorphe zentrale Unterteilung des Bed nucleus der Stria terminalis (BSTc), da ihre Größe mit der Geschlechtsidentitätsstörung Transsexualität in Verbindung gebracht wurde. Um zu bestimmen, in welchem Alter das BSTc sexuell dimorph wird, wurde das BSTc-Volumen bei Männchen und Weibchen von der Mitte der Schwangerschaft bis zum Erwachsenenalter untersucht. Unter Verwendung von vasoaktivem intestinalem Polypeptid und immunzytochemischer Färbung mit Somatostatin als Marker stellten wir fest, dass das BSTc bei Männern größer war und mehr Neuronen enthielt als bei Frauen. Dieser Unterschied wurde jedoch erst im Erwachsenenalter signifikant, was zeigt, dass sich die sexuelle Differenzierung des menschlichen Gehirns bis ins Erwachsenenalter erstrecken kann. Die unerwartet späte geschlechtliche Differenzierung des BSTc wird im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Entwicklung, bei Jugendlichen und bei erwachsenen Gonadensteroidspiegeln diskutiert.


Lange Rede, kurzer Sinn. Sinngemäß heißt es also wohl, daß sich der Größenunterschied des BSTc erst im Erwachsenenalter manifestiert. Daher entsteht nun aber eine neue Frage: Wenn also im Kindesalter sich der BSTc zwischen Männlein und Weiblein größentechnisch nicht unterscheidet, woher kommt dann das tiefe Geschlechtswissen bei transsexuellen Kindern über sich selbst? Transsexualität wird nicht erworben, es ist angeboren, also von irgendwoher muß dieses Wissen ja kommen, nur woher?


Edit selfmademan: Übersetzung nachträglich eingefügt.
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