Transsexualität-NGS

Autor Thema: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)  (Gelesen 1262 mal)

selfmademan

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Liebe Redakteure, Sender und Programm-Macher,

immer wieder erreichen uns Anfragen (hier und auch via Email), daß Leute für eine Sendung gesucht werden. Im Prinzip ist ja eine Aufklärung nicht verkehrt, nur wir möchten, daß einige Spielregeln eingehalten werden:

1. Seriösität anstatt reißerische Dokus.

2. Bei der Wahrheit bleiben (so langweilig sie auch sein mag) und nicht irgendetwas aufregendes hinzudichten oder aufbauschen, nur damit die Leute vor dem Fernseher sitzen bleiben.

3. Das Verraten der alten Vornamen ist zu unterlassen, es sei denn, der Probant wünscht es oder es ist ihm egal, wenn er verraten wird.

4. Korrekte Benutzung von Fachtermini. (Gern gemachter Fehler: Eine Transfrau (MzF) wird gerne als transsexueller Mann bezeichnet, das gleiche in grün für Transmänner.)

5. Verzicht auf die Bezeichnung "Geschlechtsidentitätsgestört". Wir sind alles andere als gestört, sondern kerngesund und wissen ganz genau, wer wir sind. Lediglich das Leiden unter der falschen Anatomie hat einen Krankheitswert.

6. Kein Vermengen oder vermischen mit anderen Normvarianten. Homosexualität (sexuelle Orientierung), Intersexualität, Transvestiten etc.  sind völlig verschiedene Sachen.

7. Mehr Involviertheit bei der Produktion nach dem Dreh.

8. Last but not least: VORHER informieren und nicht einfach auf gut dünken losdrehen.

9. Kein herumzeigen von OP-Narben! Dies ist schädlich für viele andere TS, da sie andere TS zwangsouten können, falls sie die gleichen Narben an gleicher Stelle haben.

Soweit dazu, was mir gerade so spontan eingefallen ist. Hat wer noch andere Spielregeln, auf die geachtet werden sollte?
Mit allem fertig und komplett angekommen! Ein ganzer Kerl dank Chappi. :D - Dortmunder Jong

Angelika1150

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Re: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)
« Antwort #1 am: 20.Nov 2009, 16:30 »
Ich sehe das genauso.

Für seriöse Sendungen kann man mich durchaus ansprechen, aber als "Quotentranse" für Nachmittagsprogramme a la Barbara-Karlich-Show und dergleichen bin ich mir echt zu schade.

Weiters möchte ich festhalten, dass ich zwar sehr offen mit meiner Vergangenheit umgehe, aber trotzdem kein Coming Out vor der Nation anstrebe. Ich denke, dass viele Betroffene das ähnlich sehen.

Außerdem, liebe Medienmacher, vergesst nie, dass auch dann, wenn ich bereit bin in einer Sendung mitzumachen, meine Familie tabu ist. Vergesst also schon von vornherein Fragen nach Frau und Kindern. Ebenso bin ich sehr darauf bedacht die Anonymität meiner Familie zu wahren.

Wenn ihr also bereit seid Euch des Themas in einer konstruktiven Form anzunehmen, und auch auf die berechtigten Forderungen transidenter Menschen an die Gesellschaft einzugehen, dann könnt ihr mich ansprechen.

Wenn ihr aber plant eine Freakshow zur Volksbelustigung zu veranstalten, dann steckt lieber einen professionellen Schauspieler in Frauenkleidung und lasst ihn "Charlies Tante" spielen. Garniert das noch mit dem nötigen Klamauk a la Peter Alexander im gleichnamigen Film, überzeichnet alle so, dass es absolut unglaubwürdig wird, dann habt ihr die Lacher ebenfalls auf Eurer Seite, aber ihr schadet damit den wirklich Betroffenen weit weniger, als mit irgend einer "pseudowissenschaftlichen" Sendung oder "pseudoernsthaften" Diskussion.

Transident sein ist ohnehin kein leichtes Los, da benötigen es die Betroffenen nicht auch noch,  dass ihr sie vor der Öffentlichkeit bloß stellt, und zum Gespött oder zur Lachnummer macht, nur um auf Eure Einschaltquoten zu kommen.

bea

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Re: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)
« Antwort #2 am: 22.Nov 2009, 13:00 »
Hallo Anonym001, nur auf den Leidensdruck abzuheben, wäre mir zu wenig. Es ist ja nicht nur Leiden, darf nicht nur um Leiden gehen - durch den Wechsel geht es mir ja gut, und das war bereits bei den ersten Schritten der Fall.

Vielleicht würde es ja  einen Sinn machen, wenn man Betroffene und Leute, die in Begleitung, Behandlung oder Politik involviert sind, moderiert miteinander diskutieren läßt - also Veranstaltungen, wie sie beispielsweise von ATME, der DGTI oder dem G-Institut  angestoßen werden, einen größeren Rahmen gibt?

Auch da wäre es dann natürlich wichtig, Rücksicht auf die Angehörigen zu nehmen - und auf sich selbst.

Anfang 2005: Versuch, als Crossdresser klarzukommen
Oktober 2005: HRT
Anfang 2006: weitgehend kompletter sozialer Wechsel
2007: VÄ, Orchiektomie und offizieller Beginn der Nadelepi
2008: GA-OP bei Dr. Rossi

Johanna

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Re: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)
« Antwort #3 am: 25.Nov 2009, 09:18 »
Aber mal ernsthaft - und sorry, dass ich mal wieder deutlich sage, was ich denke - aber, was meint ihr eigentlich, was ihr dabei erreichen könnt ? Man macht sich da zum Affen für Leute, die eh mental zu beansprucht sind, um das Thema zu kapieren.
Das sehe ich anders.

Gerade durch seriös gemachte Reportagen weiß schon ein deutlicher Teil der Leute, dass Transsexualität keine sexuelle Perversion oder Spinnerei ist, dass Transsexuelle nicht nur im Rotlichtbezirk oder auf dem CSD anzutreffen sind, sondern dass sie Leute wie du und ich sind, die ein spezielles Problem haben. Wenn man gezwungen ist, sich zu outen, stößt man deswegen zwar nicht immer aber doch des öfteren auf Verständnis.

Ja, nicht jeder Zuschauer nimmt die Aussage der Reportagen auf, und vielleicht nur ein kleiner Teil ändert deswegen sein Denkweise. Aber steter Tropfen höhlt den Stein.



selfmademan

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Re: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)
« Antwort #4 am: 05.Aug 2010, 22:24 »
Vielleicht würde es ja  einen Sinn machen, wenn man Betroffene und Leute, die in Begleitung, Behandlung oder Politik involviert sind, moderiert miteinander diskutieren läßt - also Veranstaltungen, wie sie beispielsweise von ATME, der DGTI oder dem G-Institut  angestoßen werden, einen größeren Rahmen gibt?

Ich denke da speziell an "Hart aber fair" bei Frank Plasberg im WDR.
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BadHairDays

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Re: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)
« Antwort #5 am: 24.Sep 2010, 19:00 »
dann steckt lieber einen professionellen Schauspieler in Frauenkleidung und lasst ihn "Charlies Tante" spielen. Garniert das noch mit dem nötigen Klamauk a la Peter Alexander im gleichnamigen Film
So wie Gerti-in-Trans?

TheTaxidermist

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Re: Hinweis an alle Programm-Macher (in eigener Sache)
« Antwort #6 am: 28.Sep 2010, 18:20 »
@BadHairDays:
Deine persönliche Meinung in allen Ehren, aber nicht beleidigend werden!
Die Richter sahen in das Buch der Gesetze,
aber nicht einer in die Gemütsverfassung des Beklagten.
- Friedrich Schiller, "Der Verbrecher aus verlorener Ehre"

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