Transsexualität-NGS

Autor Thema: Mein Sohn hat sich geoutet als Transsexuell -> Mein Partner lehnt ihn ab  (Gelesen 985 mal)

Gehörlose Mutter

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Bevor ich anfange bitte ich um Verständnis. Ich bin taub und deshalb ist meine Schriftsprachkompetenz nicht so gut! Ich möchte hier gleiche Probleme wie ich austauschen.

Oggi

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Hey du,

Es wäre nicht schlecht wenn du uns mehr von der Gesamtsituation berichten könntest. (Zum Beispiel wie alt dein Kind ungefähr ist, ob es schon in Therapie geht und wo die Probleme liegen mit dem Partner)

Aber irrelevant wie alt dein "Sohn" ist du musst dein Kind besonders in dieser schwierigen Zeit unterstützen und am besten mal einen Therapeuten für "ihn" finden bzw mit "ihm" finden um zu sehen ob es sich wirklich um Transsexualität handelt.

Liebe Grüße
Hana

Gehörlose Mutter

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Mein Sohn ist 16 Jahre alt. Er ist falsch geboren und fühlt sich in seiner Haut nicht mehr wohl. Er hat mir im Februar 2015 gesagt, dass er sich als Transsexuell outet. Ich war natürlich geschockt. Ich möchte ihn unterstützen. Er geht auch zum Psychologen. Er kleidet sich in  Frauenkleidung und geht in die Schule. Er fühlt sich wohl. Er hat damit keine Probleme in der Schule. Mein Partner lehnt ihn ab. Er ist aber nicht der Vater von meinen Sohn. Mein Ex-Mann war am Anfang auch geschockt. Er akzeptiert mein Sohn nun. Mein Sohn lebt bei meinen Ex-Mann. Warum lehnt meinen Partner mein Sohn ab? Mein Partner war mal schwul. Er hat Alkoholmissbrauch gehabt und hat einen Entzug gemacht. Er hat viel gelernt. Er mauert, wenn Probleme kommen und kann mit Problemen nicht umgehen. Mein Partner möchte mein Sohn nicht mehr sehen und möchte nicht über meinen Sohn reden. Es fällt mir schwer. Ich bin mit Partner seit 6 Jahren (fast 4 Jahren verheiratet) zusammen. Ich habe 2 Kinder in Alter von 16 und 13 Jahren aus der 1. Ehe. Mein Partner hat keine eigenen Kinder. Meine Kinder und ich wohnen ca. 60 km entfernt. Meine Kinder kommen einmal im Monat und Hälfte der Ferien zu mir. Ich komme tagsüber einmal im Monat zu Kindern und mit ihnen unternehmen. Jetzt mein älterer Sohn kommt seit März 2015 nicht mehr zu mir, wg. meinem Partner. Das finde ich traurig. Und kennt Ihr das? Vielleicht könnt ihr mir Tips geben. Danke!

mihi

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Ich bin selbst eine Betroffene. Mein Vater hat damit auch riesige Schwierigkeiten gehabt. Am Anfang war er richtig wütend. Es hat lange gedauert. Jetzt ist es besser.

Es ist bei vielen Männern so, daß sie arge Probleme mit Transsexualität haben. Manche fühlen sich so, als ob ihnen jemand ihre Männlichkeit abschneiden wollte. Das fühlen sie allein davon, daß sie hören, daß jemand transsexuell ist. So etwas kann vorkommen.

Du brauchst sehr viel Geduld mit Deinem Mann. Bei meinem Vater hat es 3 Jahre gedauert.

Mihi

*Sophie*

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Hallo du :)

Mein Sohn ist 16 Jahre alt. ...  Er geht auch zum Psychologen. Er kleidet sich in  Frauenkleidung und geht in die Schule. Er fühlt sich wohl. Er hat damit keine Probleme in der Schule. ... Mein Ex-Mann war am Anfang auch geschockt. Er akzeptiert mein Sohn nun.
Das ist doch schon mal sehr gut, wenn dein "Sohn" sich jetzt wohl fühlt und keine Probleme in der Schule hat. Und dein Ex-Mann obwohl er geschockt war, "ihn" jetzt akzeptiert so wie "er" ist. :)

Warum lehnt meinen Partner mein Sohn ab? Mein Partner war mal schwul. Er hat Alkoholmissbrauch gehabt und hat einen Entzug gemacht.

Also ich will jetzt nichts falsches sagen und hier auch nicht zu nahe tretten, aber soweit ich das bisher gehört habe gibt es kein "war mal Schwul". Soweit ich weiß, ist Man(n) entweder Schwul oder nicht, da gibt es glaube ich keine "heilung" von. Was mir da in den Kopf schießt ist, das dein Partner deinen "Sohn" nicht akzeptiert, weil er sich dann, wenn er deinen "Sohn" sieht oder von "ihm" hört, in gewisser Weise vielleicht mit sich selbst konfrontiert sieht.  ???

Vielleicht könnt ihr mir Tips geben.
Was glaube ich ganz wichtig ist, ist dass du deinen "Sohn" oder halt Tochter oder einfach dein Kind, wie es für dich und dein Kind besser ist, unterstützt, für sie da bist und sie wissen lässt das sie auf dich zählen kann, also das du egal was kommt für sie da bist und sie das auch weiß. Ich glaube das ist das wichtigste überhaupt, das du sie akzeptierst und einfach nur da bist für sie :knuddel2: . Also das würde ich jetzt aus meiner sicht als wichtigstes überhaupt sehen. Und was deinen Partner angeht kann ich nur vermuten, ich würde mich da mihi anschließen und sagen, das dort viel zeit und geduld nötig ist, bin da aber keine expertin.

Ist alles nur meine sichtweise, hoffe ich konnte dir helfen. :)

LG,
Sophie
Juni/Juli/August 2015: Erstes Outing vor Psychologin und Diagnostik, Ergebnis F64.0, und dann folgend Outing bei Familie
Oktober 2015: Erstgespräch Endokrinologie und Antrag vom Endo zur Kostenübernahme der HRT bei der KK
Dezember 2015: Erste Sitzung IPL
Anfang 2016: Chromosonenuntersuchung
Februar 2016: Erste Absage HRT, weil noch nicht ausreichend Alltagstest
Juli 2016: 2ter Antrag auf Kostenübernahme diesmal Bewilligt
August 2016: Start der HRT
August 2017: Antrag VÄ/PÄ
März/April 2018: VÄ/PÄ durch, nun endlich offiziell Frau und mit meinem Wunschnamen. :)